#framing
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Kriminalitätsbelasteter OrtEin amtlicher Ausdruck für Orte, denen aufgrund polizeilicher Erkenntnisse eine besondere Kriminalitätsbelastung zugeschrieben wird. „Belastet“ lässt Kriminalität wie eine Eigenschaft des Raums erscheinen und macht verstärkte Kontrollen plausibel. Dabei kann ein Kreislauf entstehen: Wo häufiger kontrolliert wird, wird auch mehr registriert. Die Kategorie beschreibt deshalb nicht nur einen Ort, sondern beeinflusst zugleich, wie er polizeilich behandelt wird.
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LagebewältigungEin Zielwort für die polizeiliche Bearbeitung eines Geschehens bis zur hergestellten Kontrolle. „Bewältigung“ unterstellt, dass die Lage ein zu lösendes Problem darstellt und die institutionelle Ordnung den Maßstab liefert. Bei Protest oder Konflikten können politische Inhalte hinter Verkehrswegen, Kräfteansatz und Störungsfreiheit verschwinden. Erfolgreich ist, was operativ wieder beherrschbar wird.
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LichtbildvorlageEin Verfahren, bei dem Zeugen Fotografien zur Wiedererkennung vorgelegt werden. Der technische Name beschreibt Material und Ablauf korrekt, blendet aber die Unsicherheit menschlicher Erinnerung aus. Auswahl, Ähnlichkeit und Anordnung der Bilder können das Ergebnis beeinflussen. Ein subjektiver Wiedererkennungseindruck kann dadurch erhebliches Gewicht in Ermittlungen bekommen, obwohl „Lichtbildvorlage“ wie ein vollständig neutraler Verwaltungsschritt klingt.
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Mehrfach- und IntensivtäterEine polizeiliche Arbeitskategorie für Personen, die wegen wiederholter Delikte und bestimmter Priorisierungskriterien besonders bearbeitet werden. Das Verwaltungslabel erleichtert Fallsteuerung, verdichtet aber sehr unterschiedliche Verläufe zu einer Problemgruppe. Aus einzelnen Tatvorwürfen und Entscheidungen über Bearbeitungsintensität entsteht eine scheinbar stabile Eigenschaft des Menschen: Er ist nun ein „Mehrfach- und Intensivtäter“.
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PolizeibekanntEine schillernde Bezeichnung dafür, dass eine Person bereits in polizeilichen Zusammenhängen erfasst wurde. Sie sagt nicht, weshalb, wie oft oder mit welchem Ergebnis. Trotzdem erzeugt sie den Eindruck einer einschlägigen Vorgeschichte. In Pressemitteilungen kann das Wort Verdacht verdichten, ohne eine konkrete belastbare Information zu liefern. Bekanntheit bei der Polizei wird zum Charaktermerkmal.
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PräventivgewahrsamFreiheitsentzug, der keine bereits begangene Tat bestraft, sondern eine erwartete Handlung verhindern soll. „Präventiv“ liefert den Zweck gleich mit, „Gewahrsam“ klingt erheblich sauberer als Einsperren. Für die betroffene Person wird eine Prognose körperlich real: Eine Tür bleibt verschlossen, obwohl das Ereignis, das damit verhindert werden soll, noch gar nicht stattgefunden hat.
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RasterfahndungEine Methode, bei der große Datenbestände nach festgelegten Merkmalen durchsucht und abgeglichen werden, um einen kleineren Personenkreis zu bilden. „Raster“ klingt technisch und neutral. Hinter jedem Treffer steht jedoch ein Mensch, der aufgrund statistischer Merkmale in polizeilichen Verdacht geraten kann. Die Suche verteilt Ermittlungslogik auf viele, die keinerlei Tatbezug haben.
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RaumschutzEine einsatztaktische Bezeichnung für die Sicherung eines räumlichen Bereichs. Sie klingt defensiv, kann jedoch Absperrungen, Kontrollen und Ausschlüsse umfassen. Geschützt wird nicht notwendigerweise der freie Zugang aller, sondern eine polizeilich definierte Ordnung des Raums. Für Menschen außerhalb der Linie bedeutet der Schutz möglicherweise, dass ihr Weg oder ihre Teilnahme endet.
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SchleierfahndungEin bildhafter Begriff für verdachtsunabhängige Kontrollen in bestimmten Räumen, etwa im Grenzgebiet oder auf Verkehrswegen. Der „Schleier“ suggeriert eine unsichtbare Kriminalität, die flächig gelüftet werden müsse. Damit erscheint die Kontrolle vieler Unverdächtiger als clevere Fahndungsmethode. Wer herausgegriffen wird, erlebt die Metapher als sehr konkrete staatliche Auswahlmacht.
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SchutzgewahrsamEine bis heute verwendete Bezeichnung für Gewahrsam, der eine Person vor einer erheblichen Gefahr für sich selbst schützen soll. Das Wort verbindet Freiheitsentzug mit Fürsorge und trägt zugleich eine historisch extrem belastete Vergangenheit. Auch wenn der heutige Rechtszweck ein anderer ist, bleibt die sprachliche Spannung bestehen: Schutz wird hier durch Einsperren organisiert.